Es war im Jahr 1921, als sich wassersportinteressierte Pirnaer zusammenfanden, um den „Verein der Wassersportfreunde Pirna“ zu gründen. Ein Foto einer Ausfahrt der Wassersportfreunde Pirna spricht sogar von 1911. Dokumentarisch belegt ist allerdings das Gründungsdatum 11. Juni 1922. Aber erst 1924 wird von der ersten erfolgreichen Segelsaison auf der Elbe berichtet.

1923 hatte der Verein bereits 25 Mitglieder, und 1923 wird auch von einer ersten erfolgreichen Segelsaison auf der Elbe berichtet. Bis 1924 dauerte die Umbenennung und Gründung des „Segel-Club Albatros Pirna“, von dem noch heute eine Fahne in der Bootsmesse hängt. Als sichtbares Zeichen war ein mächtiger Flaggenmast am 8. Mai 1927 geweiht worden und der Segler-Club konnte ein Wiesengrundstück an der Elbe sein eigen nennen. Als Winterquartier wurde in den Folgejahren der Bootsschuppen gebaut. Die nun folgenden Jahre waren mit Wochenendausfahrten, Wettfahrten und Versammlungen ausgefüllt. Das Clubleben hatte sich stabilisiert. Das 10-jährige Stiftungsfest mit Gästen vom DSC (Dresdner Segel Club) und die nachfolgenden Kontakte zum Meißner Segelclub waren die wichtigsten Höhepunkte in den Jahren 1931-1932.

Bis zum Jahr 1936 hat Karl Gollmann als Vorsitzender die Geschicke des Clubs gelenkt und mit dem Fahrtenwart Alwin Schade alle Höhen und Tiefen, die auf den Club zukamen, gemeistert. Bis 1944 war eine kleine Seglerschar, laut den Fahrtenberichten, ständig mit den Booten auf der Elbe und somit ihrem Sport treu. Der letzte Fahrtenbericht endet mit den Worten: „Möge das Schicksal uns noch so hart zusetzen, wir halten unserem Sport die Treue“.

Nach dem Ende des Krieges waren nur noch wenige Segler im Besitz von Booten und anderen Materialien für den Wassersport auf der Elbe, aber es ging sofort wieder aufwärts. Im Pirnaer Turn- und Sportverein starteten die Segelsportler wieder auf der Elbe zu ihren ersten gemeinsamen Ausfahrten und waren somit wieder mit ihrer Sportart in einem Verein festgeschrieben. 1951 war die erste große Herbstregatta auf der Elbstrecke Posta - Zeichen mit 35 Segelbooten aller Klassen. Der Bootssteg lag bis in die Fünfziger Jahre am Ausgang des Hafenbeckens, wo das Bankett damals noch nicht aufgeschüttet war. 1957 wurden wir in der Betriebsgemeinschaft (BSG) Fortschritt Pirna, die sich aus mehreren Sportvereinen zusammenschloss, als Sektion Segeln aufgenommen.

Die Slipanlage konnte als „Rutschbahn“ für die Boote in Eigenregie gebaut werden. Der zugehörige Kran wurde 1962 nach Plänen von Günther Lange (Sektionsleiter von 1958 bis 1974) aufgestellt.

Manfred Gitter, Sektionsleiter Segeln von 1975 bis 1996, hatte 1980 eine transportable Baubaracke aufgetrieben, und diese wurde in Eigenleistung als Seglerheim (Bootsmesse) aufgebaut und ausgestattet. 1983 hatte die alte Steganlage ausgedient und einige Druckrohre aus Stahl, die sonst verschrottet worden wären, wurden zusammengeschweißt und nach einer Konstruktion von Günther Lange zu einer der damals modernsten Steganlagen auf der Oberelbe montiert. Der Steg war wesentlich länger als heute, weil der Hafen noch regelmäßig ausgebaggert wurde, und auch andere Organisationen hatten ihren Anlegeplatz im Hafen (GST, DLRG, usw.).

Im Naherholungszentrum Copitz und in der Pratzschwitzer Kiesgrube konnte die Jugendarbeit mit den Opti-Booten aktiviert werden. Zahlreiche Regatten wurden durchgeführt und mit den Wachwitzer Seglern in der Jugendarbeit eng zusammen gearbeitet.

Die typischen Boote der Zeit waren Optis, Yxilons, 15er und 20er Jollenkreuzer aus Holz u. a., nur einmal besaß ein Mitglied (Alfred Schade, Vereinsvorsitzender von 1936 bis ca. 1945) sogar einen 30er. 1997 bekamen wir unter dem Leiter Eckhard Goethe (1996-2001) einen von der Sparkasse gespendeten neuen Fahnenmast. Er schob auch Verhandlungen über den Kauf des Hafens und dessen Entschlammung an. Der Sport war geprägt von regelmäßigen gemeinsamen Ausfahrten zum 1. Mai zur Dampferparade, zum Elbhangfest nach Wachwitz, zu Himmelfahrt nach Königstein, zu Pfingsten nach Lovosice, Regatten zum Stadtfest, und immer wieder Ausfahrten nach Wehlen.

Bei den Sommer-Hochwassern 2002 und 2013 wurden der Hafen und die Slipanlage meterhoch überflutet. Dabei gingen neben vielen anderen Dingen 2002 eine Bootshalle und 2013 ein Schuppen (den unser Mitglied Bernd Gnauck nach 2002 gebaut hatte) verloren. Der Steg mit einigen Booten daran überstand das Hochwasser beide Male. Von 2001 bis 2012 war mit Ingrid Klockow zum ersten Mal eine Frau Abteilungsleiterin. In dieser Zeit gelang es uns im Jahr 2007, das Hafengrundstück vom Wasser- und Schifffahrtsamt zu erwerben und in unser Eigentum zu überführen.

Die Abteilung Segeln im Sportverein Fortschritt Pirna möchte sich auch in der Zukunft weiterentwickeln und den Sportbetrieb ausbauen. Mit der Übernahme des Postaer Hafens und der Schlammbereinigung im Hafen 2016/17 konnten wieder bessere Voraussetzungen für die Jugendarbeit im Segelsport, die Steigerung der Mitgliederzahlen, als auch für die Wassersportler auf der Oberelbe insgesamt geschaffen werden. 2022 wollen wir unser 100-jähriges Jubiläum feiern.

Gäste am Steg sind uns Seglern immer willkommen.

Ingrid Klockow/Markward Hoffmann

Sportschau Feed

23. September 2018

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